Jens Raschke, Schlafen Fische?

Coburger Tageblatt, 06.03.2017

… eine mutige Inszenierung. (…) Jette vermisst ihren kleinen Bruder entsetzlich und erinnert sich an ihn. Sie erzählt, dass er eigentlich immer krank war, erzählt von seiner Angst, seinen Fragen und ihren Antworten, seinem Lachen, vom Todestag, dem Schmerz der Eltern, der Beerdigung, die gar nicht so fröhlich war, wie Jette sich das zusammen mit Emil vorgestellt hatte. Nichts wird beschönigt. Doch in der grandiosen Darstellung von Anne Rieckhof wandeln wir auf einem Grat zwischen Schwere und Leichtigkeit, lachen auch durchaus. Die Schmetterlingsflügel auf Jettes Rücken tragen sie und die Zuschauer – durch den zu all dem auch noch ungewöhnlichen Aufführungsort, das Naturkundemuseum. Dort vor den großen Vitrinen mit den eindrücklichen Szenerien vom Leben auf diesem Planeten, vom Werden und Vergehen in den Jahreszeiten, werden Fragen gestellt und die Vorstellungen artikuliert, mit denen auch die meisten Kinder unausweichlich konfrontiert werden.