schwaebische.de, 23.03.2014

„Der tolle Tag“, wie die nach der Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais entstandene Oper „Le nozze de Figaro“ auch heißt, begann am Abend genauso ausgelassen. Während Inga Hilsberg am Orchesterpult den Taktstock zur Ouvertüre anhob, gaben sich der Adel und die Dienstleute im Schloss des Grafen Almaviva ihr Stelldichein. Geschäftig, aber noch stumm, eilen sie hin und her, offensichtlich in emsiger Vorbereitung begriffen. Hinter sich ein schlankes Bühnenbild mit aufgemalter Gartensilhouette (Ausstattung: Karlheinz Beer), das schnelle Auf- und Abgänge ermöglicht, und ein paar Stühle. Die fliegen bei gelegentlichen Wutausbrüchen über den Boden oder dienen umgekehrt Susanna, dem Grafen und Cherubino zur Erhöhung. Viel mehr an Ausstattung gibt Regisseurin Birgit Eckenweber den Protagonisten nicht in die Hand. Doch noch etwas – ein großes Gemälde von Diego Velázquez, das ein Abbild der Infantin Margarita mit ins Spiel bringt. Dieses legt Figaro beim Durchmessen des künftigen Wohnraums kurzerhand um, macht es zum Ehebett und trollt sich mit der geliebten Kammerzofe vergnüglich. Das sind mit geringem Aufwand geschickt inszenierte Szenen, deren komische wie hintersinnige Wirkung ins Schwarze trifft.